Im Gespräch mit der Künstlerin

Worum geht es in deiner Kunst?

Meine Kunst dreht sich um Menschen, um ihre Gedankenwelt, ihre Gefühle und das, was unter der Oberfläche liegt. Mich interessiert nicht nur, wer jemand ist, sondern auch, was ihn bewegt, was bleibt und was sich verändert. Die Frage nach Identität und Individualität begleitet mich schon lange, bei meiner Kunst ebenso wie bei meinem tiefen Interesse daran, was uns ausmacht und weiterbringt. Beides entspringt derselben Faszination, dem Wunsch zu erkunden und sichtbar zu machen, was oft verborgen bleibt.

Was fasziniert dich an Portraits?

Ich arbeite mit Portraits, weil sie mehr sind als nur Abbilder. Portraits können so vielschichtig sein! Sie zeigen nicht nur eine Person, sondern ein Gefühl, einen Moment, eine Schicht hinter dem Offensichtlichen. Mich interessiert, was unter der Oberfläche liegt. Das, was man erst sieht, wenn man genauer hinschaut. Ich mag es, wenn Kunst nicht auf den ersten Blick fassbar ist.

Für wen machst du deine Kunst?

Für Menschen, die sich in Bildern wiederfinden wollen, nicht im Sinne einer exakten Ähnlichkeit, sondern auf einer tieferen Ebene. Meine Kunst spricht diejenigen an, die sich mit Identität, Selbstwahrnehmung und dem Wechselspiel zwischen Gedanken und Gefühlen beschäftigen wollen.
Menschen, die Kunst nicht nur als Dekoration sehen, sondern als etwas, das sie begleitet und mit ihnen in Resonanz geht. Einige meiner Sammler wollen nicht nur das Kunstwerk sehen und erleben. Sie lesen auch gerne die Geschichten hinter den Werken oder sind neugierig, welche Musik mich während der Entstehung begleitet hat. Diese Einblicke teile ich im Viewing Room und im Newsletter.

Deine Kunst vereint digitale und analoge Elemente.
Wie bist du zu dieser besonderen Arbeitsweise gekommen?

Es war kein geplanter Weg, sondern hat sich organisch entwickelt. Ich habe lange fotografisch gearbeitet und dabei schon viele Jahre mit digitaler Bildbearbeitung experimentiert. Doch bei manchen Werken hat mir später die physische Komponente gefehlt. Eine Möglichkeit, ein Bild mit den Händen weiter zu formen, ihm Textur und Tiefe zu geben. Wachs, Collagen und andere Materialien ermöglichen mir genau das.

Heute entscheide ich intuitiv, welche Werke eine analoge Weiterbearbeitung brauchen und ich finde es faszinierend, mich zwischen diesen beiden Welten zu bewegen und zu sehen, wohin sie mich führen.
Es hängt immer vom Thema, der Serie und der Atmosphäre ab, die ich transportieren möchte.

Welche Gegensätze prägen deinen kreativen Prozess?

Kunst ist für mich ein Wechselspiel zwischen Kontrolle und Loslassen. Ich beginne mit einer Idee, aber während des Prozesses entstehen Dinge, die nicht geplant waren. Manchmal muss ich bewusst eingreifen, manchmal lasse ich das Bild entscheiden. Diese Dynamik zwischen Struktur und Intuition macht den Prozess spannend, aber auch herausfordernd.

Welche Wirkung soll deine Kunst haben?

Kunst hat für mich erst dann eine Bedeutung, wenn sie auch für denjenigen, der sie betrachtet, eine Bedeutung bekommt. Wenn sie nicht nur gesehen, sondern gefühlt wird.

Mir ist wichtig, dass meine Kunst etwas in Bewegung setzt. Dass sie nicht nur betrachtet wird, sondern eine Resonanz auslöst. Ein Gefühl, ein Gedanke, eine Erinnerung und manchmal berührt ein Werk vielleicht auch einfach, ohne dass man es genau sagen kann, warum.

Es geht nicht darum, eine fertige Botschaft zu übermitteln sondern Raum für eigene Gedanken zu lassen. Vielmehr entsteht die Bedeutung in dem Augenblick, in dem jemand vor einem Bild steht und sich darin wiederfindet oder im Laufe der Zeit etwas darin erkennt, das er nicht erwartet hat.

Kunst wirkt, wenn sie etwas beim Betrachter auslöst.

Deine Werke haben englische Titel, und auch einige Überschriften sind auf Englisch.
Hat das eine besondere Bedeutung für dich?

Ich habe schon länger eine besondere Verbindung zur englischen Sprache. In meiner Kunst taucht sie daher immer wieder auf. Einfach auch, weil ich es mag, mit ihr zu arbeiten, sei es beim Finden eines Titels oder wenn es um Stimmungen geht. Oft fühlt es sich einfach passender an.
Die Namensfindung ist für mich mehr als ein Detail und sie verbindet mich mit dem Werk, macht es für den Betrachter greifbarer und öffnet dann auch den Zugang zur Geschichte dahinter.

Ein Blick hinter die Kulissen

Von älteren Werken bis hin zu noch unveröffentlichten Serien, exklusiv und vor der Öffentlichkeit.

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